Allgemein Geocaching

Wie ich zum Hobby Geocaching kam

Neulich hatte ich eine sehr gute Unterhaltung mit der lieben Shelly vom Weltenspatz Blog. In dieser Unterhaltung hat sie mir die Frage gestellt, wie ich eigentlich damals zum Hobby Geocaching kam. Und da es sich dabei um eine doch recht amüsante Erzählung handelt, wollte ich sie euch nicht vorenthalten. 

Das Schöne an dieser Geschichte: die Tatsache, dass ich seitdem gelernt habe, nicht mehr über etwas zu urteilen, was ich nicht selber kenne oder ausprobiert habe. 

Mittlerweile ist es bestimmt zehn Jahre her, dass ich mit dem Hobby Geocaching angefangen habe. Heute kann ich nicht mal mehr sagen, ob es überhaupt schon Internet auf den Handys gab und wenn ja, in was für einer bescheidenen Qualität. 

Ein unverbindlicher Chatverlauf

Es war ein langes Pfingstwochenende, und ich war mit einem damals ehemaligen Arbeitskollegen am chatten. Wir sprachen über unsere Pläne für das lange Wochenende und ihr ahnt es schon, er erzählte mir vom Geocaching. Von kleinen Verstecken mitten in der Natur, von Nicht-Spielern die lustigerweise genauso heißen wie die Nicht-magischen Menschen der Harry Potter Welt, von einer modernen Schnitzeljagd, von Dosen die andere Mitspieler auslegten damit wiederum andere Spieler Spaß haben, ganz kostenfrei.

Bezogen auf die Tatsache, dass Etwas versteckt ist und man es anhand von Koordinaten finden soll, klang es irre spannend. Spieler, die das Ganze aus Spaß an der Freude für andere Spieler machen, und das auch noch kostenlos, klang irgendwie zu freundlich für die Spezies Mensch. 

Spooky Geocache

Plastikdosen? Im Wald?

Und dann mal ehrlich? Dosen? Im Wald? Oder in der Natur? Oder irgendwo in der Stadt an Stellen, an denen ich schon hundert Mal vorbei gelaufen bin? Wer bitte schön sucht denn Plastikdosen im Wald? Völlig irre und völlig bekloppt.

So oder so ähnlich habe ich meinem damaligen Arbeitskollegen geantwortet. Totaler Schwachsinn in meinen Augen. Vehement hat er mir versprochen, dass es von all dem nichts ist sondern einfach nur purer Spaß. Also habe ich mich überreden lassen ihn am nächsten Tag zu begleiten. 

Es war eine kleine Tour, ganz bei uns beiden in der Nähe am Bad Zwischenahner Meer (an dieser Stelle: wer es nicht kennt und noch ein Urlaubsziel sucht, definitiv das Schönste Fleckchen Erde der Welt. Glaubt es mir, ich habe den Großteil meines Lebens dort gewohnt. Und wenn es etwas gibt, dass ich von der Heimat vermissen würde, dann das kleine Fleckchen Erde Bad Zwischenahn.)

Bad Zwischenahn

Was macht diese Dose hier?

Schon nach ein paar Metern schlugen die Koordinaten an, an einer kleinen Holzbrücke. Hier irgendwo soll also etwas versteckt sein? Kaum zu glauben. Mein damaliger ehemaliger Arbeitskollege hat mir gezeigt auf was zu achten ist, wonach wir suchen und was bei diesem Spiel nicht erlaubt ist. Und schwupp di wupp hielt er das Döschen in der Hand. Eine kleine, schwarze Filmdose.

Irgendwie war ich total stolz, dass wir die Dose gefunden haben. Ohne von einem Muggel gesehen zu werden. Und niemals hätte ich an dieser Stelle als Nicht-Spieler so einen Gegenstand vermutet. Stolz wie Bolle wollte ich mich also eintragen. Doch, ah ah, ich war noch gar nicht angemeldet bei Groundspeak. So ein Mist. Pure Enttäuschung. 

Na was soll ich euch sagen, am Ende des Tages, als ich wieder zu Hause war, habe ich mir einen Account bei Groundspeak angelegt. Und es dauerte auch nicht lange, bis ich mit meinem damals ehemaligen Arbeitskollegen wieder verabredet war und wir eine weitere Runde gedreht haben. Auf der ich dann meinen ersten offiziellen Geocache gefunden habe. 

Die gute alte Filmdose

Zwei zum Preis von einem

Der Moment in dem eines der schönsten Hobbys für mich geboren war. Kaum ein Hobby habe ich so viele Jahre lang so intensiv verfolgt und ausgeübt. Nichts gibt mir mehr Entspannung und Ruhe als durch die Natur zu streifen, einen Cache als Ziel, einen Fuß vor den anderen zu setzen und immer wieder neue, atemberaubende und spannende Plätze zu entdecken. So wie diese Runde hier vor den Toren Berlins zum Beispiel.

Und noch eines ist mit diesem Hobby Geocaching verbunden: Aus dem ehemaligen Arbeitskollegen ist einer der besten und engsten Freunde geworden mit dem ich viele lustige, spannende, nervenaufreibende und coole Momente erlebt habe, mit dem ich viele Orte entdeckt und viele sehr ehrliche und gute Gespräche geführt habe. 

So waren es in diesem Moment als ich mich entschied ihn einmal zu begleiten gleich zwei Dinge, die mich für lange Zeit begleitet und mein Leben positiv bereichert haben. 

Die Moral von der Geschicht´: Urteile niemals über etwas, dass du nicht kennst, bevor du es nicht mit eigenen Augen gesehen hast.
Potsdam – Schloss Sanssouci

In diesem Sinne:

Wir sehen uns im Wald. Happy Hunting! 

(1) Kommentar

  1. Das ist eine sehr schöne Geschichte, bei mir war es andersrum: mein damals bester Freund hat es mir gezeigt und nun treffen wir uns nur noch seltener, dann aber zum Cachen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.