Aus dem Leben Glückelchen Gute Nacht Geschichte Party im Kopf

Wenn ich nicht einschlafen kann…

Kennt ihr das? Ihr liegt im Bett, seid hundemüde, der Tag war anstrengend, womöglich schön oder auch eine einzige Katastrophe und ihr wollt einfach nur noch schlafen. Doch dann kommt dieser Moment wo euer Kopf sagt: „Tadaaaa, ich bin wach, lass uns Party machen.“ 

Liebe Leute, ich kann euch sagen – ich hasse es. Mögliche Gründe was einem da so durch den Kopf geht, möchte ich an dieser Stelle nicht erläutern. Das ist durchaus ein Thema für einen neuen Post. 

Seit kurzem habe ich ein kleines Hilfsmittel für diese Momente gefunden. Genau genommen sind es sogar zwei Hilfsmittel: Gute-Nacht-Geschichten und mein Freund. Mir fällt ein, vielleicht auch drei Hilfsmittel. Mein Freund hat nämlich eine Zauberstimme, die wie eine Melodie in meinem Kopf klingt und Worte lebendig macht. ( Ähm, nein, wir befinden uns hier nicht im Roman Tintenherz 🙂 )

Ich habe einen wunderbaren Freund. Wunderbar weil er unter anderem auch wunderbar kreativ ist. 

Wenn die Sonne untergeht und ich nicht einschlafen kann …

Eines abends konnte ich mal wieder nicht einschlafen, also habe ich ihm geschrieben. Und da er nun mal wunderbar ist, kam er auf die Idee mir einen Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen. Also gut – Kopfhörer ins Handy und ins Ohr gestöpselt und ihn angerufen. Und tatsächlich hat er mir eine Geschichte erzählt. Ganz spontan in seinem Kopf entsprungen. Vielleicht sind sie keine literarischen Meisterwerke oder werden die neuen Blockbuster mit 8 Oscars, aber ich liebe sie trotzdem. 

Manchmal schaffen wir es auch nicht, dass die Geschichte ein Ende findet, weil ich meistens vor dem Ende einschlafe. Macht aber ja nichts, das ist ja auch der Sinn gewesen. 

An diesem Abend lag ich also in meinem Bett und er 400 km entfernt in seinem, als er zu erzählen begann: 

Es war einmal ein kleiner Löwe, der in Afrika lebte. Zusammen mit seinen Eltern wohnte er in einer gemütlichen Höhle. Seine Eltern gingen regelmäßig auf die Jagd und ließen den kleinen Löwen allein zurück. Dem kleinen Löwen machte das nichts aus, denn er war eine Schlafmütze und verpennte eh den halben Tag. 

Doch eines Tages kamen seine Eltern nicht zurück von der Jagd. Es wurde immer später, niemand kam und der kleine Löwe bekam es langsam mit der Angst zu tun. Nachdem er die ganze Nacht auf seine Eltern gewartet hatte, macht er sich am nächsten Morgen auf die Suche.

Über der Savanne ging gerade die Sonne auf, als er den Zebras begegnete. 

„Habt ihr meine Eltern gesehen?“ fragte der kleine Löwe.

„Ja doch, gestern sind sie in Richtung des großen, vertrockneten Baums an uns vorbei gelaufen. Wo sie hin wollten wissen wir aber nicht.“

„Danke“ sagte der kleine Löwe und zog weiter Richtung Baum. Der kleine Löwe kannte den Baum gut, denn sein Vater erzählte immer, dass dort zwei alte Geier – Weiber den ganzen Tag auf dem Baum sitzen und den neuesten Tratsch über die Savanne austauschten. Sein Vater hat dann immer die Augen verdreht, gelächelt und gesagt: „Typisch Mädels!“. 

Am Baum angekommen saßen die beiden Geier tatsächlich dort und betrachten ihn mit neugierigen Augen. Auch hier fragte er, ob die beiden seine Eltern gesehen haben und tatsächlich konnten sie ihm bestätigen, dass seine Eltern Richtung Fluss gelaufen sind. 

„Was wollten sie denn am Fluss?“ fragte sich der kleine Löwe.

Er machte sich auf den Weg und kam nach einem halben Tagesmarsch dort an. Seine Eltern waren weit und breit nicht zu sehen. Stattdessen entdeckte er eine Herde aufgeregter Elefanten. 

„Was ist denn passiert, dass ihr so unruhig seid?“ fragte der kleine Löwe. 

„Unser Jüngster hat sich verlaufen. Er ist auf der anderen Seite des Flusses, schau! Irgendwo hat er einen Übergang entdeckt und hat sich davon geschlichen. Nun findet er den Weg nicht mehr zurück und an dieser Stelle ist das Wasser viel zu tief für ihn um hinüber zu schwimmen.“ 

„Ich kenne den Übergang von dem du redest. Mein Vater hat mir davon erzählt. Aber ich weiss nicht wo er ist“ sagte der kleine Löwe traurig. „Was haltet ihr davon wenn wir uns gemeinsam auf die Suche mache?“ 

So zogen also der kleine Löwe und die Herde Elefanten los um den Weg über den Fluss zu suchen. Spät am Abend, die Sonne ging schon unter, wurden sie tatsächlich fündig. Der kleine Löwe war sehr stolz auf sich und zeigte den Elefanten den Weg hinüber. Glücklich konnten sie noch am selben Abend ihren kleinen Ausreißer in die Arme schließen. Die Herde verbrachte die Nacht am Fluss. Und auch für den kleinen Löwen wurde es Zeit die Augen zu schließen und zu schlafen. Kurzerhand schloss er sich den Elefanten an und schlief im Schutz der Herde ein…

Auch ich bin an dieser Stelle eingeschlafen und habe nicht mehr erfahren, ob der kleine Löwe seine Eltern wieder findet. Aber davon gehe ich aus, ist ja schließlich eine Gute-Nacht-Geschichte und keine Gruselgeschichte. 

Am nächsten morgen habe ich meinen Freund nicht nach dem Ende gefragt. Was glaubt ihr wie es weiter geht? Habt ihr Ideen? Wie würde euer Happy-End aussehen? 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.